Stöcke
Kaufberatung Stöcke
Du spielst mit dem Gedanken, dir einen Stock zum Wandern, Bergsteigen, Schneeschuhgehen oder für die Skitour zuzulegen, aber das breite Angebot erschwert dir die Kaufentscheidung? Dann lies einfach weiter – wir geben dir einen Einblick über die kleinen, aber feinen Unterschiede bei den erhältlichen Stöcken.
Vorteile bei der Nutzung eines Stocks am Berg
Mittlerweile gehören Stöcke zu Recht zur Grundausstattung eines jeden Bergliebhabers. Das hat folgende Gründe:
- Vorbeugung von Gelenkproblemen: Beim Abstieg werden vor allem die Knie stark beansprucht.
- Reduktion von Ermüdungszuständen: Beim Aufstieg wird hier Abhilfe geschaffen.
- Positiver Effekt auf Atemfrequenz und -rhythmus: Verhilft zu einer ruhigen und entspannten Atmung, dadurch wird die Ausdauer erhöht.
- Unterstützung bei der Balancefindung: Verschafft Abhilfe bei schwierigen Passagen.
Egal, für welche Art von Stock du dich entscheidest, sie erfüllen alle ihre Funktion. Jedoch sind manche besser für deinen Einsatzbereich geeignet als andere. Mehr Informationen dazu findest du in den folgenden Abschnitten.
Faltstock oder Teleskopstock?
Teleskopstöcke: Teleskopstöcke können aus 2 oder 3 Segmenten bestehen, welche sich ineinander verschieben lassen. Ein Teleskopstock hat den Vorteil, dass er stufenlos in der Höhe verstellbar ist. Beim Auf- und Abstieg wird durch die Anpassung der Stocklänge immer der richtige Ellenbogenwinkel gewährleistet.
Stöcke mit 3 Segmenten sind weniger stabil als 2-teilige Stöcke, dafür aber kompakter im Packmaß. 3-teilige Stöcke lassen sich bei kurzen Kletterpassagen oder Flachstücken problemlos außen am Rucksack montieren.
2-teilige Stöcke sind sehr stabil und halten größeren Belastungen stand. Einziger Nachteil ist das ungünstigere Packmaß. Sie eignen sich daher für Touren, bei denen der Stock durchgehend im Einsatz ist und die höhere Stabilität im Vordergrund steht, etwa im Winter auf Schneeschuhtour und ganz besonders auf Skitour.
Bei den Fixierungssystemen sind aktuell außenliegende Klemmen am gängigsten, da sie zuverlässig, rasch fixiert und mit Handschuhen bedienbar sind. Der früher verbreitete Drehverschluss mit innenliegenden Klemmen ist inzwischen selten geworden, da die Nachteile überwiegen. Komperdell hat 2020 mit dem „Stiletto“ ein Modell mit stufenloser Größenverstellung per Auslöser im Griff vorgestellt. Einteilige Stöcke sind im Bergsport kaum relevant, da sie unhandlich und meist nicht höhenverstellbar sind.
Faltstöcke: Das System der Faltstöcke funktioniert ähnlich wie bei einer Zeltstange. 3 Stocksegmente sind im zusammengefalteten Zustand durch eine Schnur verbunden. Zum Gebrauch steckt man die Segmente ineinander, spannt das System und der Stock ist einsatzbereit. Viele Faltstöcke besitzen zusätzlich eine Klemm-Verstellung wie ein Teleskopstock, mit der sich die Größe in einem gewissen Bereich anpassen lässt. Dieses System spart Gewicht, sorgt für ein minimales Packmaß und ist stabiler als ein 3-teiliger Teleskopstock.
Unsere Empfehlung: Für den überwiegenden Einsatz im Sommer spricht nichts gegen einen Faltstock. Als Ganzjahresstock oder für den Wintereinsatz raten wir zu einem klassischen Teleskopstock, da der Spannmechanismus von Faltstöcken bei Schnee und Eis fehleranfälliger ist und passende Winterteller selten verfügbar sind.
Einsatz im Sommer, Winter oder Allround
Den größten Einfluss darauf, ob ein Stock auch im Winter genutzt werden kann, hat das Tellersystem. Die meisten Stöcke in unserem Sortiment verfügen über ein Tellerwechselsystem; bei manchen Herstellern, etwa Black Diamond, werden kleinere Sommerteller und größere Winterteller gleich mitgeliefert. Wechselteller kannst du grundsätzlich auch einzeln bei uns bestellen.
Normale Schneeteller haben durchschnittlich 8 bis 9 cm Durchmesser. Im Tiefschnee können auch Teller über 10 cm sinnvoll sein – diese sollten weich oder beweglich sein, damit sie im lockeren, tiefen Schnee nicht brechen.
Sommertaugliche Trekking- und Tourenstöcke haben Spitzen von etwa 6 cm Länge, wintertaugliche Stöcke bis zu 8 cm, was besseren Halt im Schnee bietet. Der Griff wintertauglicher Stöcke ist zudem oft dicker, da diese meist mit Handschuhen gegriffen werden. Theoretisch lässt sich jeder Stock sowohl im Sommer als auch im Winter einsetzen, solange das Tellersystem flexibel ist.
Material: Aluminium oder Carbon?
Bei günstigen Modellen wird in der Regel Aluminium verbaut. Aluminium schwingt bei Stoßbelastungen – das äußert sich in einer Vibration des Stockes – und verbiegt sich bei Überbelastung. Ein gebrochener Stock kommt bei Aluminium daher selten vor, meist verbiegt er sich nur etwas und ist dann zumindest noch für den Abstieg zu gebrauchen.
Carbon reagiert kaum auf mechanische Impulse, bricht jedoch bei Überlastung abrupt mit einer scharfen Abbruchkante.
- Vorteil: Ein Carbonstock ist etwa 10 % leichter als ein vergleichbarer Aluminiumstock und vibriert bei Stoßbelastungen weniger.
- Nachteil: Neben dem höheren Preis bekommen Carbonstöcke im unteren Segment bei häufigem Kontakt zu groben Steinblöcken schneller Haarrisse und können dann brechen. Bergsteigern, die häufig in solchem Gelände unterwegs sind, empfehlen wir daher Aluminiumstöcke.
Bei hochwertigen Stöcken findet sich häufig eine Kombination beider Materialien.
Die Griffe: entscheidend für den Komfort
Insbesondere im Sommer, wenn du mit bloßen Händen Kontakt zum Griff hast, sind hochwertige Griffe aus Kork oder hochwertigem Schaumstoff besonders angenehm. Diese Materialien absorbieren den Schweiß und verhindern Reibung, Kork als Naturmaterial noch etwas besser als Schaumstoff. Von Plastikgriffen solltest du eher Abstand halten, da sie rutschig sind und schnell Blasen verursachen.
Nutzt du deine Stöcke auch im Winter mit Handschuhen, achte auf eine griffige Riffelung oder Gummierung, damit du jederzeit den perfekten Grip am Stock hast. Ein sinnvolles Feature ist eine verlängerte Griffzone: Sie ermöglicht mehr Flexibilität beim Berg auf- und Abgehen, besonders beim Traversieren, da du den bergseitigen Stock etwas kürzer greifen kannst, ohne die Länge ständig neu verstellen zu müssen.
Eine besondere Variante ist der im Griff eingebaute Eispickel, der als Notfallpickel dient, falls deine Tour unverhofft anspruchsvoller wird – etwa bei steilen Skitouren im Frühjahr.
Häufige Fragen
Faltstock oder Teleskopstock – was passt besser zu mir?
Für den reinen Sommereinsatz eignet sich ein Faltstock wegen des geringen Packmaßes gut. Für Ganzjahresnutzung oder Wintertouren ist ein Teleskopstock die verlässlichere Wahl.
Welches Material soll ich wählen, Aluminium oder Carbon?
Aluminium ist robuster gegenüber Schlägen auf Fels, Carbon ist leichter und vibrationsarm, aber empfindlicher bei starker Belastung im steinigen Gelände.
Brauche ich unterschiedliche Teller für Sommer und Winter?
Wenn du deinen Stock ganzjährig nutzen willst, lohnt sich ein Modell mit Tellerwechselsystem, damit du je nach Saison den passenden Teller montieren kannst.
Passendes Zubehör und weitere Ausrüstung für Bergsteigen und Eisklettern findest du in der Übersicht Bergsteigen + Eisklettern. Interessant für deine Tourenplanung sind außerdem Stirnlampen, Trinkflaschen, Isolierflaschen und Brotzeitboxen, Biwaksäcke und Erste Hilfe, Ferngläser sowie für Eis und Firn Eispickel und Eisgeräte und Steigeisen und Grödel. Bekannte Marken im Bereich Stöcke und Bergausrüstung sind unter anderem Komperdell, Black Diamond, Grivel und Camp.


