Eispickel + Eisgeräte

Kaufberatung Eispickel + Eisgeräte

Bei VerticalExtreme.de findet ihr eine große Auswahl an Eispickeln und Eisgeräten. Bei der Vielzahl an verschiedenen Modellen fällt die Auswahl nicht leicht – wir helfen euch mit einer Kaufberatung, um den für euch passenden Eispickel oder Eisgerät zu finden.

In unserer Kaufberatung gehen wir zuerst auf die verschiedenen Arten von Eispickeln und Eisgeräten ein, helfen euch dann die richtige Länge für euren Eispickel zu finden und geben schließlich noch Hinweise zu den beiden verfügbaren Typen B und T.

Eispickel und Eisgeräte: Arten, Länge und Normtypen

Die „Art“ des Eispickels bzw. Eisgeräts

Wir unterscheiden 4 verschiedene Arten: Klassischer Eispickel, Technischer Eispickel, ultraleichter Eispickel und Eisgerät.

Der Schaft des klassischen Eispickels ist gerade, die Haue halbrund. Ein solcher Eispickel entspricht meist dem „Typ B“. Der Einsatzbereich umfasst klassische Hochtouren und Skihochtouren im leichten und mittelschweren Bereich, also Situationen, in denen der Eispickel als Stockersatz, als T-Anker und zum Stufenschlagen Verwendung findet. Immer dabei ist eine Handschlaufe, die dem Verlust des Eispickels vorbeugt. Die Haue ist fix und kann nicht ausgetauscht werden. Wird das Gelände zu steil, ist ein klassischer Eispickel fehl am Platz und es empfiehlt sich ein technischer Eispickel.

Technische Eispickel sind Hybriden aus einem klassischen Eispickel und einem alpinen Eisgerät. Der Schaft ist im oberen Bereich leicht gebogen, um ein kraftsparendes und effizientes Einschlagen ins Eis zu ermöglichen. Der untere Teil des Schafts ist gerade und hat, im Gegensatz zu einem Eisgerät, keine Handauflage, damit eine Verwendung als Steckpickel z. B. im steilen Firngelände möglich ist. Der Schaft entspricht meist schon dem strengeren „Typ-T“. Die Hauen sind für verschiedene Eisverhältnisse und im Falle von Brüchen auswechselbar. Der Einsatzbereich ist sehr weit gefasst und beschreibt im Kern anspruchsvolle Hochtouren, bei denen der Pickel auch zum Klettern verwendet wird. Mit Abstrichen, aufgrund der meist geringeren Länge, kann ein technischer Eispickel auch für leichte Hochtouren verwendet werden.

Ultraleicht-Eispickel legen den Fokus auf das Gewicht. Bei Touren, bei denen der Pickel keinen hohen Stellenwert hat und meist mit Stockhilfe oder an Fixseilen gegangen wird, ist ein ultraleichter Eispickel eine Alternative zu einem schwereren Modell. Dies ist meist bei Skihochtouren, leichten Expeditionen und Hochtouren mit geringem Gletscheranteil der Fall. Das geringere Gewicht wird durch weniger und leichteres Material erreicht. Erkauft wird dieser Vorteil durch einen schlechteren Zug beim Einschlagen der Haue. Bei hartem Gletschereis kommt so ein Eispickel schnell an seine Grenzen, zudem leidet die Haltbarkeit. Die Haue ist fix und kann nicht ausgetauscht werden.

Eisgeräte sollten, aufgrund der hohen Kräfte, die auf sie wirken, sowohl am Schaft als auch an der Haue dem „Typ-T“ entsprechen. Die spezielle Geometrie des Eisgeräts, mit dem Schwerpunkt am Pickelkopf, zusammen mit der aggressiven, nach unten gezogenen Haue, ermöglicht ein leichtes Einschlagen auch ins härteste Wassereis. Je gekrümmter der Schaft, desto steiler (oder sogar überhängend) darf das Gelände sein. Zudem schützt eine starke Krümmung vor dem Anschlagen der Fingerknöchel am Eis. Bei Eisgeräten werden meist stark gekrümmte Flachhauen mit hoher Festigkeit verwendet. Die Hauen sind für verschiedene Eisverhältnisse und im Falle von Brüchen auswechselbar. Je nachdem, für welchen Einsatzbereich das Eisgerät konzipiert ist, wird es mit Handschlaufen und einer kleinen Fingerauflage (alpine Firn- und Eiswände) oder ohne Handschlaufen, dafür mit einem großen Handgriff (steile Eis- und Mixedklettereien), angeboten.

Eisgeräte sind oft für sehr spezielle Einsatzbereiche konzipiert. Es gibt Eisgeräte fürs klassische Eisklettern, d. h. Steileis- und Wasserfallklettern. Dann gibt es alpine Eisgeräte für alpine Firn- und Eiswände. Am speziellsten sind die extrem gebogenen Geräte für das Mixedklettern. Allroundgeräte versuchen ein möglichst breites Spektrum abzudecken, sind aber immer nur ein Kompromiss im Vergleich zu ihren spezialisierten Kollegen.

Eispickel – die richtige Länge

Ein klassischer Eispickel sollte bei ausgestrecktem Arm bis zum Fußknöchel reichen. Diese Länge ist optimal für den Einsatz als Stockersatz auf flachen Gletschern. Vor der Bestellung ermittelt ihr die richtige Größe, indem ihr einen Maßstab in die nach unten hängende Hand nehmt und die Länge bis zum Fußgelenk ablest.

Technische Eispickel für anspruchsvolle Hochtouren, mit denen man auch in steilerem Gelände unterwegs ist, sollten für ein besseres Handling in der nächstkürzeren Länge gewählt werden. Ultraleichte Eispickel und Eisgeräte werden i. d. R. nur in einer Länge angeboten.

„Typ-B“ oder „Typ-T“?

Die Normen EN 13089 und UIAA 152 beschreiben für Eispickel und Eisgeräte zwei Kategorien, an die unterschiedliche Anforderungen gestellt werden.

„Typ-B“ steht als Abkürzung für Basisgerät. Unter diesen Sammelbegriff fallen alle Eispickel für weniger extreme Einsätze wie klassische Hochtouren und Gletschertouren, Skitouren und Skihochtouren. Eispickel vom „Typ-B“ sind in erster Linie ein Stockersatz beim Gehen auf dem Gletscher und hilfreiche Werkzeuge beim Bau eines T-Ankers (zur Sicherung der Seilschaft) oder beim Stufenschlagen. Eispickel vom „Typ-B“ weisen niedrige Festigkeitswerte am Schaft auf, die Hauen werden keiner Festigkeitsprüfung unterzogen.

„Typ-T“ steht als Abkürzung für Technikgeräte, also technische Eispickel und Eisgeräte für den extremeren Einsatz wie in Firn- und Eiswänden, beim Eisklettern, Drytooling oder Mixed-Klettern. Eispickel und Eisgeräte des „Typ-T“ haben höhere Festigkeitswerte am Schaft, und die Hauen werden einer Festigkeitsprüfung unterzogen.

Am Markt sind auch Mischformen der beiden Kategorien erhältlich, hier entspricht der Schaft einer anderen Kategorie als die Haue.

Passendes Zubehör für Hochtour und Eisklettern

Ergänzend zu Eispickel und Eisgerät lohnt sich der Blick auf Steigeisen und Grödel sowie auf Eisschrauben und Firnanker zur Absicherung im Eis. Für die sichere Tourenplanung sind zudem Stirnlampen, ein Fernglas und ein Biwaksack samt Erste-Hilfe-Ausrüstung sinnvolle Begleiter. Auch Trinkflaschen, Isolierflaschen und Brotzeitboxen gehören zur Grundausstattung auf Hochtour.

Einen Überblick über die gesamte Kategorie findet ihr unter Bergsteigen + Eisklettern. Eispickel und Eisgeräte bekannter Marken wie Grivel, Black Diamond, Petzl und Edelrid findet ihr direkt bei den jeweiligen Markenseiten.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Eispickel sein?
Ein klassischer Hochtourenpickel sollte, locker am ausgestreckten Arm gehalten, etwa bis zum Knöchel reichen. Je steiler und technischer das Gelände, desto kürzer der Pickel – für reines Eisklettern nutzt man kurze, gebogene Eisgeräte.

Klassischer Pickel, Eisgerät oder Hybrid?
Klassische Pickel mit geradem Schaft sind für Hochtour und Gletscher gedacht. Stark gebogene Eisgeräte mit aggressiver Haue sind fürs steile Eis- und Mixedklettern. Hybridpickel liegen dazwischen und decken Steileis-Hochtouren ab.

Was bedeuten die Normtypen B und T?
Die Norm unterscheidet Typ B (Basic) und Typ T (Technical). B-Pickel sind leichter und für klassische Hochtouren ausgelegt, T-Pickel sind stabiler und für technisch anspruchsvolles Gelände zertifiziert.