Stöcke

Kaufberatung Stöcke

Du spielst mit dem Gedanken dir einen Stock zum Wandern, Bergsteigen, Schneeschuhgehen oder Skitour zuzulegen, aber das breite Angebot erschwert dir die Kaufentscheidung?

Dann lies doch einfach den folgenden Artikel und wir geben dir einen Einblick über die kleinen, aber feinen Unterschiede bei den erhältlichen Stöcken!

1. Vorteile bei der Nutzung eines Stocks am Berg.

2. Faltstock oder Teleskopstock?

3. Einsatz im Sommer, Winter oder Allround?

4. Material: Aluminium oder Carbon?

5. Die Griffe: Entscheidend für den Komfort.

1. Vorteile bei der Nutzung eines Stocks am Berg.

Mittlerweile gehören Stöcke zu Recht zur Grundausstattung eines jeden Bergliebhabers. Das hat folgende Gründe:

  • Vorbeugung von Gelenkproblemen: Beim Abstieg werden v.a. die Knie stark beansprucht.
  • Reduktion von Ermüdungszuständen: Beim Aufstieg wird hier Abhilfe geschaffen.
  • Positiven Effekt auf die Atemfrequenz/- Rhythmus: Verhilft zu einer ruhigen und entspannten Atmung, dadurch wird die Ausdauer erhöht.
  • Unterstützung bei Balancefindung: Verschafft Abhilfe bei schwierigen Passagen.

Egal, für welche Art von Stock du dich entscheidest, sie erfüllen alle Ihre Funktion. Jedoch sind manche besser geeignet für deinen Einsatzbereich als andere. Mehr Informationen bekommst du weiter unten im Text.

2. Faltstock oder Teleskopstock?

Teleskopstöcke:

Teleskopstöcke können aus 2 oder 3 Segmenten bestehen, welche sich in einander verschieben lassen. Ein Teleskopstock hat den Vorteil, dass er stufenlos in der Höhe verstellbar ist. Beim Auf- und Abstieg wird durch die Anpassung der Stocklänge immer der richtige Ellenbogenwinkel gewährleistet.

Stöcke mit 3 Segmente sind weniger stabil als 2-teiliege Stöcke, dafür aber kompakter im Packmaß. 3-teilige Stöcke können bei kurze Kletterpassagen oder Flachstücken ohne Probleme außen am Rucksack montiert werden.

2-teilige Stöcke sind sehr stabil und halten größeren Belastungen stand. Einziger Nachteil ist das ungünstige Packmaß. Sie werden daher für Touren verwendet, bei denen der Stock immer im Einsatz ist und die höhere Stabilität im Vordergrund steht wie im Winter auf Schneeschuhtour und ganz besonders auf Skitour.

An dieser Stelle sind die unterschiedlichen Fixierungssysteme eines Teleskopstocks zu erwähnen. Aktuell sind außenliegende Klemmen am geläufigsten, da sie sehr zuverlässig, rasch fixiert und mit Handschuhen bedienbar sind.
Bis vor einigen Jahren war der Drehverschluss en vogue. Die innenliegenden Klemmen werden durch Drehen eines Schraubverschlusses geschlossen und sind inzwischen selten geworden, da die Nachteile überwiegen.

Komperdell hat 2020 ein ziemlich pfiffiges Modell mit stufenloser Größenverstellung über den Griff auf den Markt gebracht. Mit dem „Stiletto“ ist nun die Höhenverstellung auf Knopfdruck möglich, dafür sorgt der im Griff integrierter Auslöser. Für dieses revolutionäre System hat sich Komperdell ein Patent gesichert.

Einteilige Stöcke sind im Bergsport nicht relevant, da sie sehr unhandlich und meist nicht höhenverstellbar sind.

Faltstöcke:

Das System der Faltstöcke funktioniert wie bei einer Zeltstange. 3 Stocksegmente sind im zusammengefalteten Zustand durch eine Schnur verbunden. Zum Gebrauch steckt man die Segmente ineinander oder wirft sie wie eine Zeltstange aus. Anschließend wird das System gespannt und der Stock ist einsatzbereit. Viele Faltstöcke haben zusätzlich eine Höhenverstellung per Klemmmechanismus wie ein Teleskopstock, mit dem der Stock in einem gewissen Bereich Größenverstellbar ist.

Dieses System spart Gewicht, sorgt für ein minimales Packmaß und ist stabiler als ein 3-teiliger Teleskopstock.

Unsere Empfehlung – Faltstock oder Teleskopstock?

Für den überwiegenden Einsatz im Sommer spricht nichts gegen die Verwendung eines Faltstocks. Als Ganzjahresstock oder für den Einsatz im Winter raten wir jedoch zu einem klassischen Teleskopstock.  Der Spannmechanismus von Faltstöcken ist bei Schnee und Eis fehleranfällig. Zudem gibt es für kaum einen Faltstock passende Winterteller, oft nicht einmal die Möglichkeit den Teller überhaupt zu wechseln.

3. Einsatz im Sommer, Winter oder Allround?

Den größten Einfluss auf die Frage ob der Stock auch im Winter oder nur im Sommer verwendet werden kann spielt das Tellersystem. Die meisten der Stöcke in unserem Sortiment haben ein Tellerwechselsystem. Bei einigen Herstellern, wie z.B. Black Diamond, werden oftmals schon kleine Teller für den Sommer und größere Teller für den Winter mitgeliefert. Prinzipiell kann Wechselteller aber immer auch einzeln bei uns im Shop bestellen.

Die Durchschnittsgröße von normalen Schneetellern beträgt 8 bis 9 cm. Bist du im Tiefschnee unterwegs kannst du auch Teller über 10 cm Durchmesser wählen, diese sollten weich oder beweglich sein, damit sie nicht bei Druckbelastung im lockeren, tiefen Schnee brechen.

Die Spitzen von sommertauglichen Trekkingstöcken / Tourenstöcken sind etwa 6 cm lang. Bei Wintertaugliche Stöcke haben eine bis zu 8 cm lange Spitze. Die Spitze kann somit tiefer in den Schnee eindringen und bietet besseren Halt. Zudem ist der Griff von wintertauglichen Stöcken oft dicker, da diese in der Regel mit Handschuhen gegriffen werden.

Abschließend möchten wir noch einmal drauf hinweisen, dass du theoretisch jeden Stock sowohl im Sommer und auch im Winter einsetzten kannst, solange das Tellersystem flexibel ist.

4. Material: Aluminium oder Carbon?

Bei günstigen Modellen wird in der Regel immer Aluminium verbaut. Aluminium schwingt bei Stoßbelastungen - das äußert sich in einer Vibration des Stockes - und verbiegt sich bei Überbelastung. Ein gebrochener Stock kommt bei Aluminium daher selten vor, meist verbiegt der Stock sich nur etwas und ist dann zumindest noch für einen Abstieg zu gebrauchen.

Carbon hingegen reagiert kaum auf mechanische Impulse, bricht jedoch bei einer Überlastung abrupt mit einer scharfen Abbruchkante.

  • Vorteil: Ein Carbonstock ist etwa 10% leichter als ein vergleichbarer Aluminiumstock und vibriert bei Stoßbelastungen weniger.
  • Nachteil ist jedoch – neben dem höheren Preis, dass Carbonstöcke im unteren Segment wo häufig Kontakt zu groben Steinblöcken besteht schnell Haarrisse bekommen und dann brechen können. Aus diesem Grund empfehlen wir Bergsteiger die häufig in solch einem Gelände unterwegs sind unbedingt Aluminiumstöcke.

Bei hochwertigen Stöcken findet sich häufig eine Kombination beider Materialen.

5. Die Griffe: Entscheidend für den Komfort.

Insbesondere im Sommer, wenn du mit bloßen Händen Kontakt zum Griff hast sind hochwertige Griffe aus Kork oder hochwertigem Schaumstoff besonders angenehm. Diese Materialien absorbieren den Schweiß und verhindern Reibung. Kork als Naturmaterial noch besser als Schaumstoff. Generell solltest du von Plastikgriffen Abstand halten. Sie sind rutschig und verursachen schnell Blasen an den Händen.   

Benutzt du deine Stöcke auch im Winter, solltest du bedenken, dass du Handschuhe im Einsatz hast. Hier empfehlen wir auf eine griffige Riffelung achten oder eine Gummierung zu setzten, damit du jederzeit den perfekten Grip am Stock hast.

Ein besonders sinnvolles Feature ist eine verlängerte Griffzone. Diese ermöglicht mehr Flexibilität beim Bergauf und Abgehen, aber besonders beim Traversieren. Du kannst dabei den bergseitigen Stock gemütlich und sicher etwas kürzer Greifen, ohne dass du ständig die Länge deines Stocks verstellen musst. Im Winter ist das unserer Meinung nach ein absolutes Muss!

Eine extravagante Variante stellt der im Griff eingebaute Eispickel dar. Dieser fungiert als Notfallpickel, wenn deine Tour unverhofft doch etwas extremer werden sollte. Wir empfehlen hier den Black Diamond Whippet – gerade bei steilen Skitouren im Frühjahr ein massiver Sicherheitsgewinn.