Crashpads

Ein Crashpad ist unverzichtbar, um beim Bouldern keine Verletzungen davon zu tragen. Auf dem Markt befindet sich eine große Auswahl an Crashpads, oder auf gut deutsch Bouldermatten. Welches Crashpad das richtige für euch ist hängt von etlichen Faktoren ab, die wir im Folgenden erklären:

  • Das Packmaß des Crashpads

Die erste Überlegung gilt dem Transport. Wie groß ist der Kofferraum in eurem Auto, was bekommt ihr überhaupt unter? Das beste Pad hilft nichts wenn ihr es nicht zum Felsen transportieren könnt! Wir geben bei jedem Crashpad die Maße im geschlossenem und offenem Zustand an. So könnt ihr leicht abmessen, was ihr in eurem KFZ verstauen könnt.

  • Die Größe des Crashpads – Abmessungen im offenem Zustand

Umso größer das Crashpad, umso mehr Bodenabdeckung und somit Sicherheit bietet es, aber ist auch umso sperriger und schwerer. In erster Linie spielt hier eine Rolle, in welchen Bouldergebieten ihr hauptsächlich unterwegs seid. Die meisten alpinen Bouldergebiete haben einen sehr blockigen Untergrund. Große Steinbrocken, Wurzeln und Geländeabbrüche müssen abgedeckt werden. Gute Beispiele für solche Gebiete sind das Magic Wood im Averstal oder das Zillertal. Hier ist eine große und zugleich dicke Matte Trumpf. Man erreicht somit eine maximale Abdeckung und größtmögliche Sicherheit bei Stürzen. Die Unebenheiten werden bestmöglich abgedeckt.

In Gebieten in flacheren Regionen mit meist dankbaren Absprunggelände und weichen Untergrund reichen auch kleinere und dünnere Crashpads aus. Das Paradebouldergebiet für diese Bouldermatten ist Fontainebleau – der sandige Untergrund dämpft schon von alleine ein wenig und der Boden ist meist flach. Wenn überhaupt müssen nur kleine Wurzeln überdeckt werden.

  • Die Dicke eurer Bouldermatte

Hier stellt sich die Frage, ob ihr auch Highballs – also sehr hohe Boulder mit mehr als 3m Höhe probieren wollt, ob ihr lange Traversen mit Klettertourcharakter bevorzugt oder ob ihr gar nicht so hoch hinaus wollt. Der todesmutige Highballer braucht ein maximal dickes Crashpad um im Sturzfall nicht zum Boden durchzuschlagen. Die Matte sollte hier mehr als 10cm dick sein. Der Traversenjunkie braucht ein Crashpad, das sich auch der Länge nach aufklappen lässt und somit eine maximale Bodenabdeckung ermöglicht. Dies ist z.B. bei den Crashpads von Ocun – z.B. dem Ocun Moonwalk und dem Ocun Dominator sehr gut möglich. Für Traversen oder für Leute die eh keine Highballs machen möchten reichen 10cm völlig aus.

  • Falten (Tacostyle) oder Rollen (Burritostyle)?

Ob das Crashpad gefaltet oder gerollt wird macht heute kaum mehr einen Unterschied in der Performance. Moderne Matten sind so konstruiert, dass diese Gefahr gebannt wurde. Somit sind Crashpads im Burritostyle nicht mehr häufig am Markt. Einen kleinen Vorteil haben Sie jedoch noch immer gegenüber den faltbaren Pads im Tacostyle, sind meist aber auch schwerer, sperriger und dicker. Für Profis sind daher rollbare Pads im Burritostyle noch immer häufig erste Wahl.  Klappbare Matten sind kompakter, passen in jeden Kofferraum und sind schneller gepackt.

  • Zusatzausstattung und Material des Crashpads

Ein möglichst robustes Material sorgt für die Langlebigkeit eurer Matte, denn spitze Stöcke, scharfe Steine und harte Einschläge beanspruchen das Material enorm! Wenn ihr euch für ein Produkt einer im Bouldersport namhaften Marke wie Ocun, Moon, Metolius, oder Petzl verlasst seid ihr aber immer auf der sicheren Seite. Hier sind selbst aktive Boulderer am Werk, die wissen was sie machen.

Ein Flap oder Reißverschluss mit der man das Pad schließen kann ist sehr praktisch, weil dann die Ausrüstung einfach in das geschlossene Pad gestopft wird und nicht herausfallen kann. Auch ein integrierter Teppich oder ein teppichähnliches Material auf der Oberseite sind nett, aber nicht unbedingt nötig. Wenn nicht vorhanden nehmt einfach einen eigenen kleinen Teppich mit den ihr immer in der Matte lasst. Matten der Marke Beal haben ein spezielles Polsterungssystem das auf der einen Seite hart ist – für höhere Absprünge- auf der anderen Seite weich für niedrige Boulder wo man evtl. Nicht auf den Füssen, sondern auf dem Rücken landet. Als Universalmatte für Gelegenheitsboulderer eine gute Sache. Manchmal gibt es die Möglichkeit das Tragesystem zu verstauen (oder ganz zu entfernen), damit man nicht bei einem Sturz hängen bleiben kann und damit die Träger nicht komplett dreckig sind wenn das Pad im matschigen Waldboden liegt. Auch nicht zu verachten…

Unsere Empfehlung:

Wir von VerticalExtreme.de gehen sehr gerne und leidenschaftlich zum Bouldern, und das schon seit knapp 15 Jahren. Wir haben in dieser Zeit viel Erfahrungen gesammelt und wissen, worauf es bei einem guten Crashpad ankommt!

Für Leute die in den Sport hineinschnuppern möchten und noch nicht wissen, wohin das ganze führen wird empfehlen wir das Ocun Moonwalk oder, wenn etwas mehr Abdeckung gewünscht ist, das Ocun Dreamtime. Wer sich sicher ist, dass er beim Bouldern Spaß hat und mittelfristig stark bouldern möchte der greift zum Petzl Cirro oder zum Ocun Dominator in Kombination mit einem Sitstartpad.  

Richtige Platzierung & Spotting

Das beste Crashpad nützt wenig, wenn es falsch liegt. Platziere das Pad immer unter der zu erwartenden Sturzzone – nicht unter dem Einstieg, sondern dort, wo du beim Scheitern tatsächlich landest. Bei Querungen oder hohen Zügen verschiebt ein Spotter das Pad mit und lenkt deinen Sturz so, dass du flach auf der Matte und nicht daneben aufkommst. Achte darauf, dass die gepolsterte Fläche nach oben zeigt und keine Steine oder Wurzeln unter dem Pad eine harte Kante bilden.

Mehrere Pads kombinieren & Faltspalten schließen

Sobald es höher hinausgeht oder der Untergrund uneben ist, kombinierst du mehrere Crashpads zu einer durchgehenden Landefläche. Die größte Gefahrenquelle sind dabei die Spalten zwischen den Pads und die Faltkanten: Knickt ein Knöchel in eine solche Lücke, drohen Verletzungen. Lege die Pads daher versetzt (Spalten nicht aufeinander) und decke verbleibende Fugen mit einem kleinen Zusatzpad ab. In klassischen Gebieten wie Fontainebleau oder dem Tessin sind zwei bis drei Pads die Regel – bei flachen Sitzstärten reicht oft eines, für Highballs willst du eher mehr.

Pflege, Lagerung & Lebensdauer

Trockne dein Crashpad nach feuchten Sessions immer offen und liegend, niemals zusammengefaltet im Kofferraum – sonst schimmelt die Polsterung. Grobschmutz klopfst du aus, den Bezug reinigst du mit lauwarmem, mildem Seifenwasser, nicht in der Waschmaschine. Lagere das Pad geöffnet und trocken, damit der Schaum seine Rückstellkraft behält. Ersetzen solltest du es, wenn der Schaum durchgesessen ist und nach dem Sturz nicht mehr zurückfedert, wenn er an den Faltkanten dauerhaft eingedrückt bleibt oder der Bezug an tragenden Nähten aufreißt – dann ist die Dämpfung im entscheidenden Moment nicht mehr verlässlich.

Häufige Fragen

Welche Crashpad-Größe brauche ich?
Je höher und ausgesetzter die Boulder, desto mehr Fläche ist sinnvoll. Größere Pads dämpfen sicherer; für anspruchsvolle Landungen lassen sich mehrere Crashpads kombinieren.

Taco oder Klappfaltung (Hinged)?
Klappbare Crashpads (Hinged) sind kompakter zu transportieren, Taco-Pads haben keinen Spalt in der Mitte. Beide schützen zuverlässig – es ist vor allem eine Frage des Transports und der Vorliebe.

Wie dick sollte ein Crashpad sein?
Üblich sind rund 8 bis 12 cm aus mehrlagigem Schaum – eine harte Deckschicht verteilt den Aufprall, der weichere Kern dämpft. Wichtig ist, dass das Pad auch bei harten Stürzen nicht durchschlägt.

Welche Marken führt ihr?
In unserem Sortiment findest du Crashpads und Bouldermatten bekannter Hersteller wie Ocun, Mammut, Black Diamond, Metolius und Edelrid.

Wie platziere ich ein Crashpad richtig?
Lege es unter die tatsächliche Sturzzone, nicht unter den Einstieg. Sorge für eine ebene Auflage ohne Steine oder Wurzeln unter dem Pad und lass dich bei höheren Zügen von einem Spotter sichern, der das Pad bei Bedarf mitführt.

Wie schließe ich die Lücken zwischen mehreren Pads?
Lege die Pads versetzt, sodass keine Fuge durchgängig ist, und decke verbleibende Spalten mit einem kleinen Zusatzpad ab. So vermeidest du, dass ein Fuß beim Landen in eine Lücke gerät.

Wie reinige und pflege ich mein Crashpad?
Schmutz ausklopfen, den Bezug mit lauwarmem Seifenwasser abwischen und das Pad geöffnet trocknen lassen. Nicht in der Waschmaschine waschen und nie feucht zusammengefaltet lagern, sonst leiden Schaum und Bezug.

Wann sollte ich mein Crashpad austauschen?
Wenn der Schaum durchgesessen ist und nicht mehr zurückfedert, an den Faltkanten dauerhaft eingedrückt bleibt oder der Bezug an tragenden Nähten aufreißt. Dann lässt die Dämpfung nach und ein neues Pad ist fällig.