Wildspitze – über Südostgrat (AD, III)

10/07/2017 Aus Von Michael Huber

Tourensteckbrief

Schwierigkeiten: III (stellenweise), sonst I-II
Webcam: https://stream.webcams.travel/1485562098
Hüttenzustieg:Vent im Ötztal – Breslauer Hütte 935hm, ca. 2h30 – Verkürzung mit dem Stablein Lift in Vent auf 450hm – 1h15
Stützpunkt:  Breslauer Hütte
Gehzeiten: Breslauer Hütte 2844m – Ötztaler Urkund 3556m (ca. 2h30) – Wildspitze 3768m ca. 4h30 – 1080hm – 6,3km – Aufstieg ca. 4h – Je nach Sicherungsaufwand variieren die Begehungszeiten stark!
Abstieg: ca. 2h30
Material: 1x 30m Kletterseil Edelrid Swift, 4 x Express Sets, 2 x Friends z.B. Black Diamond Camalot mittlere Größe, EispickelSteigeisen, 4 BandschlingenSicherungsgerät Petzl Reverso
Tour durchgeführt am: 03-04.07.2017

Besteigung der Ötztaler Wildspitze über den Südostgrat – eine ruhiger Weg auf den begehrten Gipfel

Von der Hütte den Weg zum Ötztaler Urkund folgen, erst noch ein Weg, später weglos – zuerst über Firn, später über Felsrampen im 1-2er Gelände zum Grat. Hier folgen dann sehr schöne kombinierte Klettermeter direkt am Grat. Die Schlüsselstelle kommt kurz unterhalb des Ötztaler Urkund und ist sogar eingebohrt. Eine griffige Kletterei im Bereich II-III. Weiter über ein flaches Firnfeld auf den nahegelegenen Südostgrat zu. Aufstieg  in Falllinie über Firn, ca. 40 Grad steil. Es folgt ein sehr unangenehmer Wechsel vom Firn auf den Fels. Dreckige Platten ohne Sicherungsmöglichkeiten. Wir verhauen uns indem wir versuhen einer markanten Verschneidung direkt bergauf zu folgen. Wir seilen schnell wieder ab, da wirklich alles brüchig ist und nur noch im Dreck verankert ist. Eine kurze Querung bringt uns an den sehr steil wirkenden Grat. Dieser ist jedoch deutlich weniger brüchig und zudem griffig. Es geht schnell bergan. Es flacht immer mehr ab – dies hat in der Draufsicht anders ausgehen, man meint das steilste Stück kommt am Ende. Kurz vorm Gipfel noch ein bodenloses Firnfeld.

Der Abstieg erfolgt entweder über den Normalweg oder über den Nordostgrat, der eine schöne, bis zu 40 Grad steil Firntour parat hält. Nur wenige Spuren, daher teilweise mühsam und tiefes Einbrechen in den recht frischen Schnee. Am Ende rutschen wir am Hosenboden schnell bis zum flachen Gletscher bergab. Es geht flach am Gletscher und später am Weg zur Beslauer Hütte zurück.