Klettergeheimtipp Montenegro – unentdeckte Perle am Balkan

Klettergeheimtipp Montenegro – unentdeckte Perle am Balkan

12/09/2025 Aus Von Martin Wagner

Während Montenegro als Reiseziel längst kein Geheimtipp mehr ist, gilt das fürs Klettern noch immer.
Dabei bietet das Land nicht nur atemberaubende Landschaften, sondern auch riesiges Kletterpotenzial. Immer mehr Sektoren werden erschlossen–ein Kletterführer ist in Arbeit.
Wir haben auf unserer Balkanreise gleich zweimal längere Stopps in Montenegro eingelegt und können nur sagen: absolut empfehlenswert!

Anreise & erste Eindrücke

Mit reichlich Zeit und Kindern im Gepäck starten wir Mitte März unsere Reise quer durch den Balkan.
Nach einem kurzen Halt an den sonnigen Sektoren von Blagaj (BIH) erreichen wir Montenegro–ein Land, das uns landschaftlich und klettertechnisch sofort begeistert. Zwar gibt es noch keinen offiziellen Kletterführer, doch online finden wir ausreichend Informationen, um erste Sektoren anzusteuern.

Im März und April Besuchen wir Stari Bar und den Cijevna Canyon. Wir erkunden weiter Sektoren an der Küste und machen uns nach fast 3 Wochen weiter auf den Weg Richtung Griechenland.

 

 

Auf dem Rückweg stoppen wir wieder im mittlerweile sommerlichen Montenegro und Besuchen den Paradesektor Smokovac. In keinem der Gebiete werden wir enttäuscht und erkennen schnell das gewaltige Potenzial, dass in Montenegro für den Klettersport steckt.

Stari Bar–steile Sonnenwände mit Meerblick
Cijevna Canyon–Montenegros wachsendes Kletterparadies
Skaljari–Klettern über der Bucht von Kotor
Zupci–der geheime Ausdauersektor oberhalb von Bar
Smokovac–Das Herzstück Montenegros

Stari Bar–steile Sonnenwände mit Meerblick

Früh im Jahr zieht es uns an die Küste, in die Nähe der Stadt Bar.
Unser Ziel: der sonnige Klettersektor oberhalb der historischen Altstadt von Stari Bar. Noch bevor wir unsere Unterkunft beziehen, machen wir einen Abstecher zum Fels–und sind auf Anhieb begeistert. Perfekter, überhängender Fels, durchzogen von Löchern, Leisten, Sinterstrukturen–eine Traumlinie neben der anderen.

 

Stari Bar Unterer Sektor

 

Die Sektoren:

Greywall

Ganz links an der Wand liegen 5 plattige bis senkrechte Routen im Bereich 5 bis 6b–ideal zum Aufwärmen. Leider ist der Wandfuß nicht kindertauglich, sodass wir nach kurzer Zeit in den Hauptsektor wechseln.

 

Stari Bar

 

Highway (oben)

Der imposanteste Wandbereich überblickt die Altstadt von Stari Bar mit Meerblick.
Der ebene Wandfuß bietet viel Platz, die Kinder können unbesorgt spielen, während wir klettern. Hier dominieren steile Ausdauerrouten mit Leisten, Slopern, Löchern und vereinzelte Sinterstrukturen, die während unseres Aufenthalts leider gelegentlich tropfen. Die meisten Linien liegen im Bereich 7c bis 8a+.

 

Martin in Barcaffee 8a+ Stari Bar

 

Unsere tägliche Aufwärmroute wird schnell „Die Barheit“ (7b), danach geht es an die Projekte. Die Heighlights Barista (7c+/8a), Streusand Barbara (8a), Barometer (8a+), Barcaffee (8a+) krönen unsere Ticklist.
Zum Abschluss sichere ich mir noch die zweite Begehung von Antibarium(7c+).

 

Ana in Barometer 8a+Stari Bar

 

Trotz wechselhaften Wetters bleiben die meisten Routen dank des Überhangs trocken nur einzelne Tufas werden nach wochenlangem Regen auch mal feucht.

Highway (unten/Zustieg)

Vom Parkplatz führt ein kurzer, seilgesicherter Abschnitt zu einem steilen Zustieg–hier nehmen wir die Kinder an die Hand bzw. an die Leine.
Der untere Wandbereich bietet viele Sinterlinien zwischen 7b und 8b+ und Projekten. Das Potential ist hier längst nicht ausgeschöpft und wir bestaunen täglich die beeindruckenden Linien. Der steile Wandfuß ist für unsere Kinder aber leider völlig ungeeignet.

Concrete

Ein stark überhängender Mini-Sektor direkt über betonierten Terrassen an der Straße. Nur vier (relativ kurze) Routen, ein Projekt–aber bei Regen unschlagbar praktisch. Besonders die Route Wild fig (7c, eher 7b+) ist eine Empfehlung wert. Nach zwei Wochen Dauerregen bleibt aber auch hier leider nicht alles trocken.

Fazit: Stari Bar bietet steilen, sonnigen Fels mit Traumlinien und Blick aufs Meer–ideal für ambitionierte Kletterer. Besonders der Sektor „Highway oben“ überzeugt mit Top-Routen und familienfreundlichem Wandfuß.
Der Zustieg ist mit Kindern kurz aber schwierig.

Jahreszeit: Ideal im Frühjahr, Herbst und Winter
Routenspektrum: 6a bis 8b+, Schwerpunkt bei 7c bis 8a+

Cijevna Canyon–Montenegros wachsendes Kletterparadies

Nur wenige Kilometer von Montenegros Hauptstadt Podgorica entfernt entsteht im Cijevna Canyon eines der derzeit größten Klettergebiete des Landes–und das in rasantem Tempo.
Als uns schlechtes Wetter von der Küste ins Landesinnere treibt, beschließen wir spontan, die Wände des Canyons zu besuchen–und sind mehr als überrascht.

 

Sektor Lokva im Ciejvna Canyon

 

Vor Ort treffen wir Valentin, der nicht nur am neuen Montenegro-Kletterführer arbeitet, sondern auch einen gewaltigen Teil der Erschließung in ganz Montenegro verantwortet. Was einst ein kleines Gebiet mit fünf Sektoren war, hat sich laut Valentin mittlerweile vervierfacht–Tendenzsteigend.
Wir schnüren die Schuhe und testen eine Auswahl aus neuen Routen und einigen älteren Klassikern.

Die Sektoren:

Cijevna

An der sonnigen Seite des Tals erreicht man in wenigen Minuten die ersten drei Sektoren.
Hier dominieren senkrechte bis leicht überhängende Wände mit kompaktem Fels und technisch anspruchsvoller Kletterei. In diesem Bereich begann die Erschließung durch das österreichische Team rund um Valentin.

Lovka

Oberhalb der unteren Sektoren zieht sich ein beeindruckend langes Felsband entlang deroberen Talschulter.
Es ist in mehrere Untersektoren gegliedert und bietet ein breites Spektruman Routen in nahezu allen Schwierigkeitsgraden. Mit über 100 Routen (Stand jetzt) ist Lovka das Zentrum des Canyons–und das Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Die Felsen sind von, nach etwa 15 Minuten flachem Zustieg über bequemes Gelände oben erreichbar. Erreicht man die Felskante liegen die ersten Routen direkt rechter Hand. Von dort zieht sich das Gebiet fast endlos nachlinks und rechts.

Der Zustieg ist familienfreundlich, unsere Dreijährigen meistern ihn problemlos. Auch am Wandfuß gibt es kaum Absturzgefahr.
Immer wieder finden sich größere Flächen zum Lagern, aber auch zwischendurch gibt es genügend Platz zum Spielen für die Kids.

Wir genießen einige ausgezeichnete Linien im Bereich 6b bis 7b–wobei selbst die 7a-Routenhier ernst zu nehmen sind.

Weitere Sektoren im hinteren Tal

Tiefer im Tal folgen weitere Sektoren mit jeweils mehr als 20 Routen–darunter Jungle und Twilight, die durch ihre senkrechten bis stark überhängenden Linien beeindrucken. Die Routenauswahl bewegt sich hoch zu 8b, und das Gelände bietet noch viel Erschließungspotential.

Dark Side

Direkt gegenüber von Lovka liegt der Sektor Dark Side, der wortwörtlich derzeit noch ein Schatten dasein fristet. Bislang noch relativ unerschlossen, aber mit großem Potenzial, besonders für die heiße Jahreszeit.
In seinem natürlichen Schatten dürfte dieser Bereich in Zukunft für Sommerklettern zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Fazit: Der Cijevna Canyon ist mehr als ein Geheimtipp–er ist ein Klettergebiet im Aufbruch, mit großem Potenzial und beeindruckender Routenvielfalt. Dank der engagierten Arbeit lokale Erschließer wie Valentin wächst hier ein Gebiet heran, das bald zu den interessantesten Spots auf dem Balkan zählen dürfte.

Jahreszeit: Ideal im Frühjahr, Herbst und Winter
Routenspektrum: 6a bis 8b+, Schwerpunkt bei 6b bis 7c

Skaljari–Klettern über der Bucht von Kotor

Nur wenige Minuten oberhalb von Kotor liegt das Klettergebiet Skaljari–spektakulär gelegen mit Blick auf eine der schönsten Buchten Europas.
Zwischen Macchia, alten Steinmauern und dramatischem Küstenrelief bietet das Gebiet überraschend vielseitige Kletterei–von technischen Platten bis hin zu kraftvollen Überhängen.

 

Blick nach Kotor von Lovcen Nationalpark

 

Die Sektoren:

Skaljari teilt sich in zwei deutlich unterschiedliche Sektoren auf:

Boneyard mit senkrechten bis überhängenden Routen in perfektem Fels mit Sintern Leisten und Auflegern. Derzeit gibt es ca 28 Routen im Bereich von 4+bis 8b, wobei sich der Großteil von6b zu 7b bewegt. Einige Wandbereich bleiben selbst bei langanhaltendem Regen trocken.

Labud’s Cave ist eine stark überhängende Grotte mit derzeit 11 Routen zwischen 7a+ und 8b. Die meisten Routen sind im französisch 8ten Grad zu finden.
Steile Kraftvolle Routen an Sintern dominieren hier die Kletterei.

Der Zustieg zu den Sektoren ist steil an Fixseilen. Auch am Wandfuß ist kaum Platz. Daher ist Skaljari mit Kindern eher eine schlechte Wahl.

Fazit: Skaljari ist ein vielseitiges, visuell beeindruckendes Klettergebiet mit zwei klaren Gesichtern: technische Linien mit Panorama im linken Teil–und kräftige Maximalkraftausdauerrouten in der Grotte.
Wer mit dem steilen Zustieg klarkommt und ohne Kinder unterwegs ist, wird hier mit beeindruckender Kulisse und Kletterei mit Charakter belohnt.

Jahreszeit: Frühjahr und Herbst sind ideal. Im Sommer wird es schnell heiß, aber die Grotte bietet je nach Tageszeit etwas Schatten. Im linken Teil bleiben einige Bereiche fast immer trocken.

Routenspektrum: 4a bis 8b+, Schwerpunkt bei 6c bis 8b

Zupci–der geheime Ausdauersektor oberhalb von Bar

Während die meisten Kletterer in Bar direkt zum bekannten Sektor Stari Bar fahren, liegt nur wenige Kilometer weiter in den Bergen oberhalb des Ortes Zupci ein weiteres, etwas weniger bekanntes Juwel: ein steiler, nachmittags schattiger Sektor, der vor allem bei ambitionierte Kletterer begeistert.

Hier dominiert überhängender, griffiger Fels mit Tufas.
Die Routen sind durchwegs langanhaltend und technisch anspruchsvoll. Mit aktuell knapp 30 Routen von 6a+ bis 8a+ (plus harte Projekte) ist aber allerdings für Kletterer, die sich im 8ten Franzosengrad wohlfühlen am meisten zu holen.

Der Zustieg ist zwar nicht sehr lang aber am Ende sehr steil (ca. 10–15 Minuten über schmalen Pfad).
Im Mitteleteil findet sich genug Platz für die Kinder. Sobald man sich aber nach linksbewegt wird es steil und eng an der Wand. Nur mit Babysitter oder selbstständigen Kindern zu empfehlen.

Fazit: Zupci ist ein Gebiet für ambitionierte Kletterer, die auf der Suche nach intensiver Ausdauerkletterei abseits der bekannten Spots sind. Hier wird man mit Traumlinien in einem sehr ruhigen Ambiente verwöhnt.
Allerdings ist es nur beschränkt mit Kindern geeignet.

Jahreszeit: Frühjahr (manchmal noch etwas nass) und Herbst. Im Frühsommer kann man mit etwas Glück am Nachmittag brauchbare Bedingungen finden.

Routenspektrum: 6a bis 8a+ (plus harte Projekte), Schwerpunkt bei 7b bis 8a+.

Smokovac–Das Herzstück Montenegros

Das wohl bekannteste Klettergebiet Montenegros liegt direkt nördlich der Hauptstadt Podgorica, am Eingang zur beeindruckenden Morača-Schlucht.
Das Gebiet Smokovac umfasst drei Hauptsektoren und bietet eine beeindruckende Bandbreite an Kletterei in bestem Fels.

Die Sektoren:

Smokovac aka Smoki

Der größte und am besten erschlossene Sektor „Smoki“ liegt direkt am Taleingang auf der rechten Seite und ist nach Westen ausgerichtet. Dadurch bietet er im Frühjahr, Frühsommer und Herbst bis in die Nachmittagsstunden angenehmen Schatten–ideale Kletterbedingungen sind hier die Regel. Selbst an sonnigen Wintertagen ist Klettern möglich, da der hintere Wandbereich früher Sonne bekommt und gut trocknet.

Die Wand zieht sich über fünf Untersektoren mit Höhen zwischen 30 und 40 Metern und bietet durchgehend beste Felsqualität. Die Routen verlaufen meist an senkrechten bis leichtüberhängenden Wänden, mit einigen stark überhängenden Passagen. Geklettert wird an Leisten, Sinterstrukturen und rauem Kalk–abwechslungsreich und technisch fordernd. Das Schwierigkeitsniveau reicht von franz. 5 bis 8b+, es ist also für jeden etwas dabei.

Nach unserem langen Aufenthalt in Griechenland steuern wir im Juni auf dem Rückweg natürlich Smokovac an.
Trotz der bereits sommerlichen Temperaturen (bis 30°C in der Hauptstadt) genießen wir dank stetigem Wind noch gute Bedingungen–teilweise greifen wir beim Sichern sogar zum Longsleeve.
Als die Temperaturen schließlich über 35°C steigen und der Wind ausbleibt, bleibt uns nur noch der frühe Morgen für ernsthafte Versuche an den Projekten.

Unsere größte Herausforderung ist zu entscheiden, welche der unzähligen Linien wir zuerst beklettern.
Wir hangeln uns von Klassiker zu Klassiker und werden nicht enttäuscht. Besonders gefallen haben uns Routen wie Dunning Kruger Effect (8a), Streetworker (8a+), Grüner Propeller(8a),Surge of Energy (7c), Small Ugly and a Lot of Problems (7b+), White Line (6c+).

 

Ana in Streetwork 8a+ Smokovac

 

Der absolute Klassiker Rotor and Wings (8a+) bleibt wegen der Hitze und seiner scharfen Griffe jedoch auf unserer Liste für kühlere Tage.

 

Martin in Dunning Kruger Effekt 8a Smokovac

 

Kindertauglichkeit

Ein echtes Highlight für Familien: Der Wandfuß von Smoki ist nahezu perfekt für Kinder.
Eine breite Felsplattform zieht sich entlang der gesamten Wand–eben, sicher und voller Spielmöglichkeiten. Mit bunter Kreide ausgestattet sind die Kinder über Tage beschäftigt Kunstwerke zu malen oder ein riesiges Straßennetz für die Spielzeugautos zu zaubern.
Der Zustieg ist mit etwa 10–15 Minuten angenehm kurz und auch für unsere 3-Jährige problemlos zu meistern.

!ACHTUNG!: In den wärmeren Monaten sind zahlreiche Schlangen unterwegs. Beinahe täglich begegnen wir den faszinierenden Reptilien–auch direkt am Wandfuß und im Seilsack.
Besonders der Zustieg durch hohes Gras erfordert Achtsamkeit. Wir behelfen uns mit einemlangen Stock, um den Pfad „freizuklopfen“. Die meisten Schlangen sind harmlos, doch auch giftige Arten wie die Hornviper kommen vor. Zusätzlich sollte man ein Auge auf Skorpione haben, die sich unter Steinen verstecken. Mit Respekt und Vorsicht ist das jedoch gut zu managen.

Lärmfaktor Autobahn?

Vor wenigen Jahren wurde eine neue Autobahn durch das enge Tal gebaut–ein massiver Eingriff in das Tal.
Die gute Nachricht: Von Smoki aus ist sie kaum hörbar. Die Trasse verläuft auf der gegenüberliegenden Talseite durch einen Tunnel, der Lärm wird effektiv abgeschirmt. Tatsächlich scheint es sogar ruhiger als früher zu sein, da der Verkehr auf der alten Landstraße deutlich abgenommen hat.

Fazit: Smokovac zählt ohne Zweifel zu den absoluten Highlights für Sportklettern in Montenegro. Erstklassiger Fels, großartige Linien, ein perfekter Wandfuß für Familien und meist gute Bedingungen machen dieses Gebiet zu einem Pflichtbesuch für Kletterer jeder Erfahrungsstufe.

Beste Jahreszeiten: Frühjahr bis Frühsommer und Herbst. Vereinzelt im Winter.
Routenspektrum: 5 bis 8b+ Schwerpunkt bei 6c bis 8a+.

Weitere Sektoren in Smokovac

Wonderwall

Die Wonderwall trägt ihren Namen zu Recht. Sie ist nach Südosten ausgerichtet und somit besonders in den kühleren Monaten ein attraktives Ziel–solange die markanten Tufas nicht tropfen. Hier warten lange, steile Routen in perfektem Fels auf Wiederholer.
Mit einem Routenspektrum von 6c bis 8b+ können vor allem ambitionierte Kletterer eine tolle Spielwiese finden.
Der große Wermutstropfen: Der Zustieg ist lang, steil und für Kinder ungeeignet. Für mich bleibt es bei einem kurzen Besichtigungsbesuch–allein der Anblick der Wand lohnt sich.
Auch hier ist die Autobahn nicht hörbar.

Titograd

Ein kleiner, aber feiner Sektor direkt am Fluss, mit angenehmem Schatten am Nachmittag und einer kühlen Brise vom Wasser.
Nach einem anstrengenden Tag in Smoki lädt der Fluss zum Baden ein, bevor man noch ein paar spezielle Routen an kompaktem, ausgewaschenem Fels in Angriff nimmt. Der Charakter hier ist deutlich anders als in den anderen Sektoren–aber genau das macht den Reiz aus.
Die Routen von 6a bis 7c sollte man nicht unterschätzen. Von der Straße bekommt man hier ebenso nichts mit.

Im Landesinneren gibt es noch eine Handvoll weiterer Klettergebiete, die allerdings weniger bekannt sind und hoffentlich durch den kommenden Kletterführer ihre Blüte erleben. Kolasin, Pirlitor und Piva sollen aber wenigstens nicht unerwähnt bleiben.

Nationalparks und Strände

Wer Montenegro zum Klettern ansteuert, sollte aber auch einige Zeit einplanen, das Land zu erkunden.
Besonders der Durmitornationalpark, die Taraschlucht, die Bucht von Kotor, der Nationalpark Lovćen und die unzähligen Strände sind Pflichtprogramm.

Fazit zum Schluss

Montenegro hat uns mit seinen noch jungen, aber vielversprechenden Klettergebieten absolut überzeugt.
Wer Lust auf unberührten Fels, wenig Betrieb und ein Abenteuer abseits der ausgetretenen Pfade hat, sollte dieses Land unbedingt auf seine Liste setzen–bevor es alle tun.