Lohn sich eine eigene Boulderwand?

Lohn sich eine eigene Boulderwand?

14/11/2024 Aus Von Martin Wagner

Lohnt sich die eigene Boulderwand? Fazit nach 2 Jahren.

Die eigene Boulderwand im Keller, der Garage, dem Dachboden: Diesen Traum haben einige motivierte Kletterer und zu Coronazeiten, hat sich der Wunsch wahrscheinlich noch verstärkt. Viele haben sich den Traum auch verwirklicht und die Wand wird regelmäßig genutzt oder aber verstaubt mittlerweile ungenutzt. Auch ich hatte die Chance mir den Traum zu verwirklichen. Und nach drei Jahren ist es Zeit für ein Fazit, denn es gibt gute Gründe dafür, aber auch dagegen. Am Ende stellt sich die Frage, ob es sich wirklich gelohnt hat.

 

In diesem Artikel beleuchte ich also die wichtigsten Punkte:

  • Lohnt sich die eigene Boulderwand?
  • Standort und Konstruktion
  • Material
  • Griffe und Strukturen
  • Bouldermatten oder Matratzen
  • Boulderschrauben
  • Boulder definieren und speichern
  • Kosten

 

 

Lohn sich die eigene Boulderwand?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Es hängt davon ab wie motiviert man ist, zuhause zu trainieren, wie gut die Wand dazu geeignet ist und was man bereit ist, dafür auszugeben. Eines steht fest: finanziell lohnt sich eine eigene Wand in den wenigsten Fällen, zumindest wenn Kletterhallen in erreichbarer Nähe sind. Je besser die eigene Wand wird, umso häufiger wird sie genutzt. Das bedeutet aber auch einen höheren finanziellen Einsatz mit dem man umgerechnet sehr oft in die Kletterhalle gehen könnte. Daher heben wir uns das Thema Kosten für später auf und betrachten die anderen Faktoren. Der wichtigste Faktor um die Frage, ob sich eine eigene Boulderwand lohnt, ist mit Sicherheit die eigene Motivation. Die Schwierigkeit ist dabei eigentlich die Motivation hoch zu halten. Das gelingt, wenn man eine Wand baut, die nicht langweilig wird. Wer am Ende immer die gleichen drei Züge macht und keine Möglichkeit hat viele verschieden Boulder zu definieren, wird schnell die Lust verlieren und die Wand wird auf kurz oder lang ungenutzt verstauben. Wer eine gute Wand zuhause hat, wird auch häufiger Besuch von seinen Kletterfreunden bekommen, um gemeinsam zu trainieren. Auch das hält die Motivation oben und macht das Training besser. Eine weitere Frage ist, wie oft man tatsächlich die Zeit hat an der Wand zu trainieren.

In meinem Fall kann ich aber die Frage eindeutig mit JA beantworten. Mit fast 20qm Kletterfläche und ca. 1000 Griffen gehen mir selbst nach 3 Jahren ohne um zuschrauben die Ideen nicht aus. Meine Boulder kann ich einfach mit einer App speichern und später wiederholen. Der Spaß an der Wand zu Bouldern und die Boulderdatenbank zu füllen, trägt zur Motivation eindeutig bei. Dadurch kann ich auch die Erfolge im persönlichen Training spüren. Zum anderen muss ich selten alleine an der Wand trainieren, was die Motivation ebenfalls oben hält.

Mit kleinen Kindern zuhause ist es schwieriger Zeit für die Kletterhalle zu finden. Da macht es die eigene Wand zuhause deutlich leichter und gibt mir die Möglichkeit auch gemeinsam mit meiner Frau zu bouldern. Mehr Trainingstage als sich mit der Kletterhalle abzuwechseln und die Anfahrt spart man sich auch. Trotzdem sind auch Tage in der Kletterhalle hin und wieder wichtig.

Fazit: Je besser die Wand, umso mehr wird sie genutzt werden. Zeitliche Vorteile spielen in die Karten.

 

Wo und wie baue ich nun eine Wand, die gut genug ist, um häufig genutzt zu werden?

Von der freistehenden Wand im Garten bis zur Hängekonstruktion im Türrahmen der Mietwohnung gibt es viele Möglichkeiten. Mit dem absoluten Bedürfnis nach einer eigenen Wand haben sich die unterschiedlichsten Varianten aufgetan, selbst ohne viel Platz oder in der Mietwohnung. Und tatsächlich lässt sich daraus noch nicht ableiten, welche der Wände bis heute noch tatsächlich im Gebrauch sind. Aber eines steht fest: Je besser die Wand, umso größer die Chance, dass die Wand wirklich genutzt wird.

 

Standort und Konstruktion:

Bei der Wahl des Standortes muss man einiges berücksichtigen: Wo ist genug Platz, den man entbehren kann? Wo lässt sich eine gewisse Wandhöhe realisieren. Wo ist eine Staubentwicklung durch Magnesium kein Hindernis? Wo finde ich ganzjährig brauchbare Temperaturen? Wo kann ich evtl. Wandstrukturen für die Montage nutzen? Oder muss eine freistehende Konstruktion gebaut werden? Bei uns fiel die Wahl auf den Keller: Immer kühl, Wohnraumhöhe, stabile Stahlbetonwände und Staubbildung ist kein Problem.

Für die Konstruktion gibt es verschiedenste Möglichkeiten: ein freistehendes Gerüst, sofern keine der Wände belastet oder angebohrt werden soll, die Verankerung direkt an der Wand oder vorhandenen Balken, feststehende Wände oder variable Wände, welche über ein Seil/Kettenzugsystem in der Neigung verstellt werden kann. Wegen des dennoch beschränkten Platzangebotes habe ich mich für eine feststehende Wand entschieden. Zum Einen, kann ich so die maximale Kletterfläche erzielen, zum anderen habe ich die Möglichkeit den Platz hinter der überhängenden Wand als Stauraum zu nutzen. Die direkte Verankerung der Balken in den Stahlbetonwänden bildet eine solide Basis. Und so entstanden auf einer Grundfläche von 2,7m x 3,6m eine Boulderwand mit fast 20qm Fläche. Auf 3,6m Breite ein 40° Überhang, gegenüber zwischen Türe und Seitenwand 2,5m 10° Überhang und zwischen diesen Wänden und an der Außenfläche eine 0° Wand. Mit einem 15x15cm Lochraster ergeben sich knapp 1000 Gewindelöcher, also ordentlich Platz für viele Griffe. Seitlich zur Wand verbleibt weiterer Platz und die Möglichkeit über eine Stufe zum hinter der Wand liegenden Regalsystem zu gelangen.

Somit ergibt sich eine brauchbare Kletterfläche mit verschiedenen Neigungen, ausreichend Absprunggelände und Lagerfläche hinter der Wand, welche die beanspruchte Grundfläche wieder ausgleicht.

Schräge 8x12cm Balken im Abstand von 75cm, welche über Edelstahlwinkel in der Decke und Rückwand mit Schwerlastankern fixiert wurden bilden das Grundgerüst der Wand. Querbalken und weitere senkrechte Balken hinter der Wand stabilisieren, entlasten und bilden die Basis des Regalsystems. Die Senkrechte Wand und 10° wurden über schmalere Balken zwischen der Ziegelwand und einem zentralen Deckenbalken montiert.

Als Wandplatten wählte ich die kostengünstigere Alternative zu Multiplexplatten, nämlich 15mm Osb Platten. Diese sind zwar für den Außeneinsatz nicht geeignet und haben eine etwas unsaubere Oberfläche, allerdings liegen die Kosten bei etwa einem Viertel. Mit einem 15x15cm Raster wurde der Holzbohrer an seine Grenzen gebracht.

Achtung: hier muss man die Position der Balken mit einberechnen. Auch bei den Einschlagmuttern entschied ich mich für die günstigere Variante: Einschlagen und Verkleben, statt Verschrauben. Beim Bohren und Einschlagen muss man sauber arbeiten, damit die Muttern auch immer senkrecht sitzen. Da die Wand deutlich seltener umgeschraubt wird als eine kommerziell genutzte Wand, reicht die Osb und Einschlagmuttervariante aus: Holz franst nicht so schnell aus und die Einschlagmuttern drehen sich bei richtiger Handhabe auch nicht aus. Mit grobem Abschleifen und Bemalen der Wand am Ende zaubert man auch eine ansehnliche und strapazierfähige Oberfläche.

Eine gute Planung der Wand und der Einzelteile sind wichtig, um einen zügigen Aufbau zu ermöglichen. Außerdem lässt sich so der Zuschnittservice im Holzhandel nutzen. Trotzdem bleibt viel anstrengende und schweißtreibende Handarbeit bei der Vorbereitung und Montage der Wand. Das erste erfolgreiche Workout: zwar noch nicht an, aber durch den Bau der Wand. Speziell beim Einschlagen der 1000 Einschlagmuttern werden die Unterarme „Hammer“ hart.

Fazit: Gute Planung ist das A und O. Der richtige Standort, die richtige Konstruktion und die richtige Vorbereitung können Zeit, Nerven und den Geldbeutel schonen und die maximalen Nutzengewinn aus der eigenen Boulderwand zu ziehen. Große Flächen ohne viele Kanten und Stufen geben die beste Möglichkeit viele verschieden Boulder zu kreieren. Kanten und Stufen wirken zwar anfangs kreativ, später werden die Boulder aber doch alle recht ähnlich.

 

Griffe und Strukturen:

Henkel, Leisten, Löcher, Sloper, Volumen? Kunststoff, Holz, gebraucht, neu, Selfmade?
Hier ergeben sich viele Möglichkeiten, die man gut abwägen sollte. Mit der Auswahl der Griffe steht und fällt der Kletterer und damit auch der Trainingserfolg, die Kombinationsmöglichkeiten und die Motivation an der Wand zu trainieren.

Griffform:

Die Griffe sollten an die Wandneigung, das eigene Können (und das der Gäste) angepasst sein. Sind die Griffe zu schlecht, macht man am Ende keinen Zug und verliert schnell die Motivation oder verletzt sich. Man sollte sich selbst und seinen Gästen die Chance geben, auch leichtere Boulder klettern zu können, um sich aufwärmen zu können oder auch an „schwachen Tagen“ noch Spaß zu haben. Sind die Griffe durchwegs zu gut, bleibt irgendwann der Trainingsreiz aus. Schlechte (aber realistische) Griffe halten die Motivation und die Chance besser zu werden oben. Und auch hier an die „starken“ Gäste denken. Außerdem sollte man eine Vielfalt an verschiedenen Griffen bereithalten, da es sonst schnell langweilig und einseitig wird. Du magst keine Löcher? Dann müssen sie unbedingt mit in die Wand, nur so hat man die Chance sich an der ungeliebten Griffform zu verbessern. Kleine Tritte, die mit eingestreut werden geben weitere Trainingsmöglichkeiten.

Es empfiehlt sich auf kleinflächige Griffe zu setzen, da man so deutlich mehr Möglichkeiten hat, eine große Zahl an Griffen in der Wand unterzubringen.

 

Material:

Ob man lieber an Holzgriffen oder rauen Kunststoffgriffen klettert ist Geschmackssache. Ich bevorzuge Kunststoffgriffe, da sie mir an steilen Wänden die Möglichkeit geben Dank der Reibung kleinere Griffe zu halten. Trotzdem streue ich Holzgriffe mit ein, um auch deren Vorzüge nutzen zu können. Holzgriffe, benötigen häufig höheren Kraftaufwand und strapazieren die Haut weniger.

Neu, gebraucht oder Selfmade?

Kletterhallen verkaufen häufig gebrauchte Griffe zu günstigen Preisen. Das ist sicher eine sinnvolle Alternative, allerdings sind die Griffe meistens schon stark abgegriffen und haben deutlich weniger Reibung. Das ist zwar hautfreundlicher, aber bei Reibungsabhängigen Leisten und Slopern wird man schnell feststellen, dass die Griffe nicht ohne Grund von der Kletterhalle abgestoßen wurden. Neue Griffe schlagen natürlich deutlich auf den Geldbeutel, aber auch hier gibt es gute und günstige Anbieter. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich auch selbst helfen und Griffe aus Holz fertigen, oder aus Epoxy und Sand Griffe mit selbst designten Formen gießen.

Ich entscheide mich aus einem Mix aus vielen verschiedenen Griffformen und Größen. Ein Großteil der Griffe sind neu, ein Teil aus Holz oder Epoxy selbst gebaut. Formen hierfür sind mit Blumengesteckschaum leicht geformt, mit Silikon die Gußform schnell erstellt. Die gebrauchten Griffe beschränken sich auf größere und bessere Griffe oder wurden Stück für Stück ersetzt.

 

Volumen:

Volumen an der Wand geben eine Möglichkeit die Wandstruktur zu variieren. Jedoch lohnt sich das nur bei wirklich großen Wänden oder wenn häufig umgeschraubt wird. An kleinen Wänden ist es häufig im Weg oder nimmt einem die Variationsmöglichkeit. Aus Reststücken habe ich mir ein kleines Dreieck (40x50cm) gebaut. Bewusst ist es etwas seitlich positioniert und selbst hier entschärft es einige Boulder durch bessere Trittmöglichkeiten. Das Volumen muss also auch häufig aktiv wegdefiniert werden.

Fazit: : Je unterschiedlicher die Griffe sind, umso mehr Möglichkeiten ergeben sich. Neue Griffe geben die beste Reibung, mit Selfmade Griffen und gebrauchten Griffen lässt sich Geld sparen. Es empfiehlt sich Anfangs erst maximal 50% der Wand mit Griffen auszustatten. Somit kann man sehen, ob man die Griffgrößen und Formen richtig eingeschätzt hat. Stück für Stück kann dann entsprechend nachgerüstet werden.

 

Bouldermatten oder Matratzen:

Auch wenn die heimischen Wände meist nicht so hoch sind, ein Polster für den Absprung oder den Sturz muss sein. Je nach Anforderung, Größe und Höhe gibt es verschieden Alternativen. Alte aussortierte Matratzen sind eine günstige Variante, sin daber Voluminös und Stellenweise zu weich. Es besteht die Gefahr, dass man mit dem Fuß umknickt oder durchschlägt. Manchmal werden auch alte Matten in der heimischen Boulderhalle verkauft. Wird man hier fündig und die Größe passt, hat man in Kombination einer passenden Plane eine gute Option. Eine weitere Möglichkeit ist Crashpads zu verwenden. Je nach Wandgröße reicht allerdings eine Crashpad nicht aus und beim zusammenstückeln, sollte man darauf achten, dass es nicht zu viele Lücken und Kanten gibt. Denn auch hier besteht die Gefahr des Umknickens. Vorteil der Crashpads ist, dass man diese auch gleich für die Felsbouldertrips verwenden kann. Ich habe mich für 4 gleiche und großflächige Crashpads entschieden. Schon bei der Wand Planung habe ich berücksichtigt, dass die Crashpads richtig angeordnet und bündig die ganze Fläche unter der Wand abdecken. Die Höhe der Crahpads trägt nicht zu sehr auf und es schränkt die Boulderhöhe nicht ein. Eine Antirutschmatte darunter hält alleszusammen.

Fazit: Crashpads bündig ausgelegt sind die sauberste und sicherste Option, alte Matratzen oder aussortierte Matten aus der Boulderhalle eine kostengünstige Alternative.

 

Boulderschrauben:

Die Wand steht, die Griffe sind da, endlich kann es losgehen. Aber wie schraube ich am besten die Griffe in die Wand? Natürlich so, dass man über die ganze Wand möglichst viele Bouldervarianten definieren kann, von leicht bis schwer. Mein Anspruch an das Training war und ist sowohl Maximalkräftige Boulder aber auch Ausdauer zu trainieren. Also fing ich an Traversen bzw. Kreisel zu schrauben, welche mit Zetteln und Nummern die Griffreihenfolge vorgeben. So kann man sich überkreuzen und Griffe mehrfach nehmen und lange Ausdauerboulder kreieren. Mit dem Endgriff am Startgriff lassen sich die Kreisel beliebig oft am Stück wiederholen, bis man aus der Wand platzt. Dabei entstanden leichte Traversen zum lockeren Aufwärmen, über 40 Zug Henkelboulder an der 40° Wand bis hin zu harten Projekten die bis heute noch nicht vollständig geknackt sind. Jeder Boulder bekommt seine eigene Griff und Markierungsfarbe, aber auch Kombinationen sind möglich, solange man sich noch auskennt. Eine Grifffarbe habe ich für etwas größere Tritte reserviert. Somit lässt sich definieren, ob man nur die Spax Tritt oder die etwas größeren „blauen“ Tritte. Mit dieser Variation entstanden insgesamt 10 Traversen mit jeweils zwei unterschiedlich en Schwierigkeitsgraden, je nach Tritten. Die Traversengriffe füllen nun schon einen gewissen Teil der Wand und sind einigermaßen gleichmäßig verteilt. Nun wird aufgefüllt. Angefangen mit den besten Griffen fülle ich Lücken zwischen den anderen Henkeln auf. Dabei so gedreht, dass möglichst viele verschiedene Situationen entstehen. Weiter geht es je Grifftype von groß nach klein. Die Wand füllt sich und neben den Traversen entstehen eine große Variantenvielfalt für unterschiedliche Maximalkraftboulder.

Nach einigen Bouldersessions merkt man schnell, ob man nachbessern muss, oder mit welchen Griffen in Zukunft noch weiter aufgefüllt werden kann. Nach und nach steckt in fast jedem Gewinde ein Griff und Spax füllen den Zwischenraum auf. Über 1000 Griffe sind es bis heute an meiner Wand, kaum Platz für noch mehr.

Fazit:

Schrauben mit System: Sortiert nach Größe und Form von groß nach klein schrauben. Die Griffe in unterschiedliche Richtungen drehen, um eine hohe Variationsmöglichkeit zu haben.

 

 

Boulder definieren und speichern:

Die Wand ist bestückt und bereit zum Klettern: Zeit für die ersten Boulder. Die Motivation ist grenzenlos und die Ideen für die ersten Boulder sprudeln aus mir heraus. Leichte Aufwärmboulder, schwere Maximalkraftboulder, kurz und knackig, lang und pumpig. Der Plan geht auf. Aber wie soll man sich die ganzen Boulder merken? Hierfür gibt es einige nützliche Apps. Ich nutze Retro Flash und kann damit Boulder und Begehungen mit Freunden teilen. Ein Bild der Wand wird hochgeladen, und darauf die entsprechenden Griffe der Boulder markiert. Mit Nummerierungen sind auch komplexere Grifffolgen auf engem Raum eindeutig definierbar. Man kann jederzeit auf alte Boulder oder Projekte zurückgreifen und hat mit der Zeit eine große Sammlung an Bouldern für Gäste oder für sich selbst zum Wiederholen.

Fazit: Eine gute geschraubte Wand bildet fast unendliche Kombinationsmöglichkeiten. Mit Apps lassen sich Boulder speichern, was beim Trainieren weiter motiviert.

 

Kosten:

Als letztes bleibt die Preisfrage: Was kostet mich eine eigene Boulderwand. Natürlich lässt sich hier keine eindeutige Zahl nennen und hängt von der Ausführung ab. Aber ein paar wichtige Eckdaten kann man betrachten.

Baumaterial: Je nach Konstruktion und Größe natürlich unterschiedlich. Für eine 3 x 3,5m kann man von ca. 1000-2500 Euro für Holz, Schrauben, Winkel und Dübel ausgehen. Größter Kostenunterschied ergibt sich hierbei daraus ob man mit OSB, Multiplexplatten oder Siebdruckplatten arbeitet. Quadratmeterpreise gehen von 12Euro/m2 bei OSB bis zu über 100Euro/m2 bei Siebdruckplatten. OSB Platten mit entsprechender Weiterveredelung durch Abschleifen und Lackieren, reichen für den Innenbereich normalerweise aus.

Griffe: Auch hier kommt es auf die Art der Griffe an. Neu, gebraucht, Eigenbau? Für eine 3 x 3,5m kann man mit 300 bis 600 Griffen + Tritte rechnen. Neue Griffe in brauchbarer Größe kosten im Schnitt zwischen 5 und 15 Euro, die größeren Griffe sind entsprechend teurer und nehmen mehr Platz in Anspruch. Kleine Tritte gibt es von 0,5-2 Euro. Gebrauchte Griffe aus der Kletterhalle bekommt man häufig schon für 2-5 Euro. Selfmadegriffe kann man sich stellenweise nochmal günstiger herstellen. Mit einer sinnvollen Mischung muss man also von ca. 1500 bis 5000 Euro ausgehen.

Zum Vergleich: Mit dem Griffset des Kilterboards Homewall 10×10 kann man die 10.000 Euro Marke knacken und hat noch keine Wand oder Matte dazu. Den Kosten ist nach oben also keine Grenze gesetzt.

Matten: Je nachdem welche Lösung man bevorzugt und welche Möglichkeiten man bei der Beschaffung hat, unterscheiden sich auch hier die Preise. Ordentlich mit Bouldermatten ausgestattet muss man hier nochmals 1000 bis 1500 Euro einrechnen. Mit Matratzen oder ausgesonderten Matten aus der Kletterhalle, geht es natürlich auch etwas günstiger.

Fazit: Am Beispiel einer 3,5x3m Wand muss man von mindestens 3000 Euro bis hin zu 7000 Euro oder mehr ausgehen.